Wer Mitarbeiter und andere Firmen in die Ideenfindung einbindet, wird kreativer, schneller und wettbewerbsfähiger

Talente 3_2020 Titelgrafik / Grafik: WRS

Talente 3_2020 Titelgrafik / Grafik: WRS

Menschen und ihre Ideen sind der Werkstoff, aus dem sich Unternehmen eine vielversprechende Zukunft bauen, davon ist Peter Schmid überzeugt. Der frühere Leiter des Ideenmanagements bei Bosch gilt als einer der renommiertesten Experten für Unternehmenskreativität in Deutschland. Er plädiert dafür, bei der Ideenfindung möglichst alle Mitarbeiter einzubinden und den Blick auch über den Unternehmens-Tellerrand zu wagen. Als Gründer und Treiber der Zukunftsinitiative Ideenmanagement (ZI IDM) bringt er Firmen zusammen, die sich durch einen unternehmensübergreifenden Austausch neue Kreativitätspotenziale erschließen wollen.

WRS: Herr Schmid, warum ist ein professionelles Ideenmanagement auch Thema für kleinere Betriebe?

Peter Schmid, Projektleiter Unternehmenskreativität, Zukunftsinitiative Ideenmanagement, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH

Peter Schmid, Projektleiter Unternehmenskreativität, Zukunftsinitiative Ideenmanagement, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH / Foto: WRS

Peter Schmid: Firmen, egal welcher Größen, müssen heute jederzeit damit rechnen, dass sich ihre Märkte verändern oder ganze Marktsegmente wegbrechen können. Um auf solche Herausforderungen angemessen zu reagieren, braucht es die Kreativität aller Kräfte in einem Betrieb – und das lässt sich nicht von heute auf morgen organisieren. Ein Ideenmanagement zu implementieren bedeutet also, die Säge rechtzeitig zu schärfen, damit man im Notfall nicht mit stumpfen Werkzeugen dasteht.

Wie können Betriebe, die über begrenzte Ressourcen verfügen, das Thema in ihrer Praxis umsetzen?

Für die Entwicklung guter Ideen gilt: bloß nicht zu kompliziert. Oft hilft es schon, die richtigen Fragen zu stellen. Bei Bosch haben wir beispielsweise Leitfragen formuliert, die die Führungskräfte dazu anregen sollen, das Ideenmanagement in ihr Tagesgeschäft einzubauen. Zum Einstieg in kreative Prozesse empfehle ich oft das WAW-Prinzip: Was können wir weniger machen? Was können wir anders machen? Was können wir weglassen? Die  Antworten darauf können bereits wertvolle Veränderungen anstoßen.

Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Kreativität von Menschen und Unternehmen. Woran erkennt man überhaupt eine gute Idee?

Als Orientierung ist es hilfreich, die Ideenfindung thematisch einzugrenzen. Man sollte sich außerdem fragen: Was will ich mit den Ideen überhaupt erreichen? Will ich Zeit oder Kosten sparen? Will ich ein neues, marktfähiges Produkt entwickeln? Oder was sonst? Eine gute  Idee lässt sich daran erkennen, dass sie zum Thema passt und maßgeblich dazu beiträgt, die angestrebten Ziele zu erreichen.

In der Zukunftsinitiative engagieren Sie sich seit Langem dafür, Ideenmanagement firmenübergreifend zu denken. Warum sollten sich Betriebe auf einer offenen Plattform mit ihren Ideen einbringen?

WRS-Zukunftsinitiative Ideenmanagement auf einen Blick

WRS-Zukunftsinitiative Ideenmanagement auf einen Blick / Grafik: WRS

Durch solche Formen der Zusammenarbeit haben wir die große Chance, voneinander zu lernen und Herausforderungen gemeinsam zu meistern. In Netzwerken geht es darum, Erfahrungen, Wissen und Ideen ganz bewusst zu teilen und darauf zu vertrauen, dass die anderen es genauso machen. Firmen können sich abschotten oder aber mit Kollegen aus anderen Betrieben Kreativitätspotenziale erschließen – beispielsweise indem sie in themenzentrierten Workshops gemeinsam Ideen generieren –, die bei der Bewältigung von Krisen und künftigen Herausforderungen den Unterschied machen können.

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