Mitarbeiterentwicklung bei der IT-Designers Gruppe: „Wir müssen die neuesten Technologien beherrschen“

Steffen Ehlers

Steffen Ehlers

Etwa alle zwei Wochen treffen sich Softwarespezialisten und Verwaltungsmitarbeiter der IT-Designers Gruppe zu Inhouse-Schulungen im Entennest in Esslingen. Dort ist die Firmenzentrale der Unternehmensgruppe für Softwareentwicklung, die insgesamt rund 120 Mitarbeiter mit überwiegend technischem Hintergrund beschäftigt. Im Rahmen des Maßnahmenpakets „Mitarbeiterentwicklung“ lernen diese die neuesten Entwicklungstools kennen, tauschen sich über aktuelle Technologien aus oder entwickeln ihre Kommunikationsfähigkeiten weiter.

Was geschult wird, haben die Beschäftigten oft selbst vorgeschlagen. Nicht nur deshalb sind die Termine in der Regel sehr schnell ausgebucht. Denn wer in der Softwareentwicklung auf höchstem Niveau mitspielen möchte, muss stets auf dem neuesten Stand sein. In der Esslinger Softwareschmiede sind sich Geschäftsführung und Mitarbeiter dessen gleichermaßen bewusst.

Das Unternehmen hat aus diesem Grund ein betriebseigenes Schulungsprogramm entwickelt und stellt jedem Mitarbeiter jährlich bezahlte Weiterbildungszeit von insgesamt rund drei Arbeitswochen zur Verfügung. Diese kann für die internen Workshops, aber auch für externe Seminare oder wichtige Fachkongresse genutzt werden.

Firmenzentrale IT-Designers Gruppe

Fotos: IT-Designers

Zur Philosophie der Esslinger Softwareentwickler gehört es auch, allen Beschäftigten eine berufsbegleitende Weiterqualifizierung zum Master vorzuschlagen. Das Unternehmen unterstützt diese Fortbildung unter anderem mit sehr flexiblen Arbeitszeiten und einer entsprechenden Zeitgutschrift für die Prüfungsvorbereitung. Auch die bestens ausgestattete Fachbibliothek und betriebsinterne Lerngruppen tragen dazu bei, dass die Zusatzqualifizierung erfolgreich abgeschlossen werden kann. Aktuell nutzen rund 2/3 der Berufseinsteiger in der Unternehmensgruppe diese Möglichkeit. Die Jury des Innovationspreises Weiter-bildung war insbesondere von der Regelmäßigkeit und dem Umfang der Weiterbildungsanstrengungen sowie der gelebten Lernkultur beeindruckt. Mit dem Geschäftsführer Steffen Ehlers sprachen wir darüber, warum es dem Unternehmen leichter fällt als anderen, in seine Mitarbeiter zu investieren.

WRS: Herr Ehlers, während die meisten baden-württembergischen Unternehmen mit Protest auf das neue Bildungsgesetz reagiert haben, stellen Sie überdurchschnittlich viel Zeit und Geld für die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter zur Verfügung. Was motiviert Sie dazu?

Steffen Ehlers: Unser Ziel ist, eine höhere Fachkompetenz anbieten zu können als die Mitbewerber. Für unser Unternehmen ist lebenslanges Lernen deshalb seit jeher Programm: Das galt bereits für den Firmengründer Prof. Dr. Joachim Goll, der mit der Gründung des Steinbeis Transferzentrum Softwaretechnik 1994 den Grundstein für den Unternehmensverbund gelegt hat. Auch die aktuelle Geschäftsführung strebt danach, das Know-how unserer bereits hoch qualifizierten Mitarbeiter fortlaufend zu erweitern. Dass wir tatsächlich besser sind als Wettbewerber, bestätigen die jährlichen Befragungen bei unseren Kunden.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass Sie Ihre Mitarbeiter zuerst teuer ausbilden und diese dann anschließend von Kunden abgeworben werden?

Fast 40 Prozent unserer Experten sitzen bei den Kunden vor Ort – da kann es schon passieren, dass die hoch qualifizierten Fachleute auch lukrative Angebote von den Auftraggebern bekommen. Gleichzeitig sind wir in der regionalen Wirtschaft aber auch genau deshalb sehr gut vernetzt, denn zahlreiche Ansprechpartner auf Kundenseite sind ehemalige Mitarbeiter. Und längst nicht jeder nimmt diese Angebote der Kunden an, denn viele schätzen die Aufgaben und Möglichkeiten, die unsere Unternehmensgruppe bietet. So bleiben Absolventen, die zu uns kommen, im Durchschnitt mehr als sechs Jahre im Unternehmen und etwa 25 Prozent der aktuellen Belegschaft sind länger als zehn Jahre bei uns – das ist ein sehr hoher Wert für den IT-Bereich.

Nützt Ihnen Ihr hohes Weiterbildungsengagement auch bei der Rekrutierung neuer Fachkräfte?

Da gerade die jungen Talente sehr viel Wert auf die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten legen, haben wir dadurch einen wichtigen Pluspunkt im Rennen um die besten Köpfe. Durch unsere traditionell enge Verbindung zu den Hochschulen lernen die Nachwuchskräfte die Lernkultur schon sehr früh kennen. Aktuell haben wir beispielsweise mehr als 30 Studieren- de im Haus, die alle erleben, dass wir es ernst meinen mit der Wissensvermittlung. Viele davon gewinnen wir anschließend als Mitarbeiter. Wir werben auch ganz aktiv damit, beispielsweise in den Stellen-anzeigen. Und unter den erfahrenen Experten spricht es sich ebenfalls herum, dass man bei IT-Designers intensiv gefördert wird.

DER REGIONAUT IST NOCH IN DER LERNPHASE