Trumpf bietet attraktive Karrierechancen für ältere Servicetechniker

Mit einem kompetenzorientierten Laufbahnmodell eröffnet Trumpf seinen Servicetechnikern zahlreiche Möglichkeiten, um nach ihrer Zeit im Außendienst in eine zweite Karriere zu starten. Unter dem Motto „Fit for Service“ hat der Laserspezialist neue Tätigkeitsfelder identifiziert, die das wertvolle Erfahrungswissen der älteren Mitarbeiter gewinnbringend nutzen und ihnen gleichzeitig attraktive Entwicklungswege aufzeigen. Das Konzept hat den European Excellence Award in Human Resources 2017 gewonnen.

Servicetechniker im Werkzeugmaschinenbau ist ein Job, den man in der Regel nicht bis zum Rentenalter ausübt. Niemand weiß das besser als Gerd Duffke, Programmleiter für Sonderprojekte in der Personalentwicklung bei Trumpf: Er hat selbst mehrere hundert Maschinen für Trumpf-Kunden repariert und installiert. „Diese Arbeit ist körperlich anspruchsvoll und erfordert oft kurzfristige Einsätze weltweit“, beschreibt er. In jüngeren Jahren war das genau die richtige Dosis Abenteuer für ihn. Irgendwann verschoben sich jedoch seine Prioritäten: Der Maschinenbautechniker wechselte in den Innendienst und baute in den darauffolgenden Jahren die Produkt- und Serviceschulung in Ditzingen auf.

Gerd Duffke

Gerd Duffke, Programmleiter für Sonderprojekte, Personalentwicklung, Fotos: Trumpf GmbH+Co.KG

„Welche Richtung die Mitarbeiter letztendlich einschlagen, hängt nicht nur von ihren Kompetenzen, sondern auch von ihren persönlichen Umständen ab. Möglich ist es beispielsweise, die Tätigkeit im Außendienst lediglich zu reduzieren und in der frei werdenden Zeit als Applikations- oder Installationsberater in der Nähe des Wohnorts zu arbeiten. Die Mitarbeiter können so Schritt für Schritt in ihre neuen Rollen hineinwachsen.“

Im Schnitt planen Servicetechniker nach zehn bis zwölf Jahren eine solche Veränderung, spätestens aber, wenn körperliche Beeinträchtigungen die Arbeit an den bis zu vier Meter hohen Maschinen zu beschwerlich machen. Die meisten sind dann Anfang 40. Mit dem Projekt „Fit for Service“ suchten die Personalentwickler bei Trumpf nach Beschäftigungsalternativen, die den Technikern für die neue Lebensphase interessante und altersgerechte Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Mit seinem Team identifizierte Gerd Duffke dazu verschiedene servicenahe Tätigkeitsfelder, in denen die Erfahrungen und Kompetenzen der Praktiker von großem Nutzen sein würden. Es entstanden vier neue Rollenbilder, zwischen denen sich die Mitarbeiter künftig entscheiden können. Möglich ist beispielsweise eine Weiterentwicklung zum Installationsberater, der als Schnittstelle zwischen Entwicklung und Kunde fungiert und mit seiner wertvollen Praxiserfahrung vor Ort dabei unterstützt, den reibungslosen Aufbau der Maschine zu gewährleisten. Weitere Optionen sind Tätigkeiten als Trainer beim Kunden, Produktions- und Applikationsberater oder Praxisausbilder für neue Servicetechniker. Trumpf geht davon aus, dass solche innovativen Service- und Beratungsleistungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden.

Kern des Konzepts „Fit for Service“ ist eine Qualifizierungsstrategie, die die älteren Mitarbeiter für ihre neuen Aufgaben befähigt. Die vier Funktionen wurden dazu jeweils mit ihren 10 bis 15 wichtigsten Kernkompetenzen beschrieben und mit dem Profil des Servicetechnikers abgeglichen. Darauf aufbauend wird im Dialog mit dem Vorgesetzten für jeden Mitarbeiter ein individueller Lernkatalog erarbeitet. Gemeinsam mit dem Steinbeis Institut Berlin hat Trumpf zudem einen zertifizierten Lehrgang zum Competence Service Berater (CSB) entwickelt, der auf neue Rollen im Servicebereich vorbereitet.

Aktuell nehmen zwölf Servicetechniker im Alter von 50 bis 63 an „Fit for Service“ teil. Dass sie dadurch zufriedener werden und ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöhen, nützt den Mitarbeitern und dem Unternehmen gleichermaßen. Durch die zusätzlich entstandenen Karriereperspektiven punktet Trumpf auch bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften im Service. Die Kunden des Unternehmens wiederum profitieren durch ein erweitertes und besseres Serviceangebot. Berechnungen zeigen zudem, dass beispielsweise ein Servicetechniker, der nach 15 Jahren seine Tätigkeit im Außendienst rechtzeitig reduziert und stattdessen zeitweise als Trainer beim Kunden arbeitet, bis zu seinem Renteneintritt einen siebenstelligen Eurobetrag zusätzlich erwirtschaften kann – vorausgesetzt es gelingt, sein Renteneintrittsalter durch eine frühzeitige Neuorientierung auf 67 Jahre zu erhöhen.

Dr. Christiane Grunwald,
Leiterin Personal- und Sozialwesen
Trumpf-Stammhaus

„Wir pflegen eine lebensphasenorientierte Laufbahnplanung und setzen darauf, dass unsere Mitarbeiter sich ständig weiterbilden, um bis ins hohe Alter flexibel zu bleiben. Trumpf hat sich in einer Betriebsvereinbarung darauf verpflichtet, Arbeit so zu gestalten, dass Gesundheit, Lern- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter während ihrer gesamten Berufstätigkeit erhalten und gefördert werden. Die Erfahrung der älteren Beschäftigten ist für uns enorm wertvoll. Damit sie langfristig fit bleiben, ist es allerdings wichtig, dass Unternehmen und Mitarbeiter gemeinsam und rechtzeitig über eine altersgerechte Perspektive nachdenken.“

DER REGIONAUT IST NOCH IN DER LERNPHASE