Diversity bei iss: Multikulturelle Teams sorgen für einen besonderen Spirit und neue Ideen

Carlos A. Cortés Vargas aus Mexiko

Carlos A. Cortés Vargas aus Mexiko, Bachelor of Computer Systems Engineering, Fotos: Nicola Wettmarshausen

Der Chinese Ming Lu gehört zum Team der iss innovative services GmbH und ist einer von 19 ausländischen Mitarbeitern des Entwicklungsdienstleisters. Das Softwareunternehmen entwickelt anspruchsvolle IT-Lösungen und Ingenieursdienstleistungen für Kunden aus den Bereichen Automotive, Automatisierungstechnik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Bahntechnik. Auch Banken schätzen die individuellen Softwarelösungen des Unternehmens. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Steuerungstechnik für alternative Antriebe und Fahrerassistenzsysteme.

»Viele unserer ausländischen Fachkräfte haben mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft erworben.«

Der chinesische Ingenieur arbeitet beispielsweise an Softwarekonzepten für das hochautonome Fahren und ist mitverantwortlich für die funktionale Sicherheit beim Supersportwagen McLaren PIT. „Ich entwickle hochinnovative Softwarelösungen für geniale Projekte“, erzählt Ming Lu begeistert. Insgesamt arbeiten 68 festangestellte und rund 20 freie Mitarbeiter bei iss. Zu der Belegschaft gehören unter anderem Chinesen, Bulgaren, Iraner, Marokkaner, Mexikaner, Pakistani und Serben.

iss rekrutiert ausländische Studienabgänger

Das Unternehmen beschäftigt vor allem hochqualifizierte Ingenieure und IT-Experten, die auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu finden sind. Seit langem setzt das Softwareunternehmen deshalb auf gemischte Teams. Der Geschäftsführer Michael Wäschle rekrutiert neue Mitarbeiter vor allem an den technischen Hochschulen und interessiert sich besonders für die internationalen Absolventen. „Diese haben in der Regel schon einen akademischen Abschluss in der Tasche, wenn sie nach Deutschland kommen und absolvieren hier ein Aufbau- oder Zusatzstudium“, erläutert Wäschle. Die Ausländer sind zudem alle sehr engagiert und passen daher bestens zur hoch motivierten Belegschaft von iss.

Auch die Auftraggeber haben gemischte Teams

Kavin Trivedi aus Indien, Master of Science Mechatronik

Kavin Trivedi aus Indien, Master of Science Mechatronik

Einer dieser Mitarbeiter ist der Pakistani Mohammad Usman, der nach seinem Bachelorabschluss in Chemieingenieurwissenschaft den Masterstudiengang Energiewissenschaft und Technik an der Universität Ulm absolvierte. „Er bringt einen ganz besonderen Spirit und neue Ideen in unsere Projekte mit ein“, schwärmt der iss-Geschäftsführer. Auch bei den Kunden ist der pakistanische Ingenieur außerordentlich beliebt. Die Auftraggeber bewerten gemischte Teams grundsätzlich positiv, denn auch ihre Belegschaften sind multikulturell zusammengesetzt. Eine ähnliche Kultur erleichtert die Kommunikation und trägt zu einer guten Zusammenarbeit bei. Dass es im Alltag gut funktioniert, ist trotzdem kein Selbstläufer, sondern erfordert sehr viel Engagement von Seiten der iss-Verantwortlichen.

Bedürfnisse der Arbeitnehmer im Fokus

„Bei uns stehen die Mitarbeiter absolut im Mittelpunkt“, erläutert Michael Wäschle die Firmenphilosophie. Dies vermittelt er auch den Auftraggebern des Unternehmens. Besonders wichtig ist ihm, dass sich die Bewerber von Anfang wertgeschätzt und willkommen fühlen. Bereits in der Rekrutierungsphase setzt sich der iss-Geschäftsführer deshalb intensiv mit den Talenten und Wünschen der ausländischen Fachkräfte auseinander. „Ich habe zwischenzeitlich ein sehr gutes Bauchgefühl dafür, welcher Kandidat zu welchem Projekt passen könnte“, betont er. Wenn ein Bewerber dann tatsächlich Interesse zeigt und auch von Kundenseite positive Signale kommen, wird ihm das Projekt vor Ort vorgestellt. Fast immer haben die Ingenieure mehrere Optionen zu Auswahl – es ist deshalb wichtig, dass sich auch die Fachbereiche auf Kundenseite gut präsentieren. Darüber hinaus hat Wäschle auch die beruflichen Perspektiven der jeweiligen Partner seiner Bewerber im Blick, die oft den Ausschlag geben. Mit Unterstützung des regionalen Dual Career Services  hilft er immer wieder dabei mit, auch für die Lebensgefährten der Bewerber einen Arbeitsplatz zu organisieren.

Individuelle Betreuung soll langfristig binden

Fällt die Entscheidung zugunsten der iss, unternimmt das Unternehmen vielfältige Anstrengungen, um den Start in Stuttgart zu erleichtern. Anfangs ist es vor allem notwendig bei Behördengängen und der Wohnungssuche zu unterstützen. Besonders wichtig ist es dem Entwicklungsdienstleister aber, auch die ausländischen Fachkräfte langfristig an sich zu binden. Um ihnen die Integration zu erleichtern, finden deshalb regelmäßig gemeinsame Mittagessen und vom Betrieb organisierte Freizeitaktivitäten statt. Auch privat laden sich die Kollegen gegenseitig ein und organisieren gemeinsame Ausflüge. Einen persönlichen Eindruck davon, wie es dem Mitarbeiter geht, verschafft sich Michael Wäschle bei seinen wöchentlichen Vor-Ort-Terminen. In diesem Rahmen ist er für die Wünsche und Probleme seiner ausländischen Mitarbeiter jederzeit ansprechbar und gibt ihnen auch regelmäßig Feedback zu ihren Stärken und Entwicklungsperspektiven. Dass sich die individuelle Betreuung letztendlich auszahlt, zeigt auch die Geschichte von Todor Tolev. Der geborene Bulgare mit einem Master of Science in Elektrotechnik hatte die iss verlassen, um einen Job in Kanada anzunehmen. Zwischenzeitlich ist er nach Stuttgart zurückgekehrt und betont ausdrücklich, wie glücklich er darüber ist, wieder zum Team des Softwareunternehmens zu gehören.

DER REGIONAUT IST NOCH IN DER LERNPHASE