Talente-Forum on Tour – KI erleben, begreifen und gemeinsam gestalten

19.03.2026

Beim Talente-Forum on Tour der WRS kamen rund 20 Personal- und Weiterbildungsverantwortliche aus der Region Stuttgart mit Expert*innen des Fraunhofer Instituts zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, direkte Einblicke in praxisnahe KI-Demonstratoren zu ermöglichen und zu zeigen, wie konkrete Anwendungen den Arbeitsalltag unterstützen können. In Kurzworkshops sowie in verschiedenen Austauschformaten wurde aufgezeigt, wie Betriebe eigene KI-Ideen prüfen und Mitarbeitende in entsprechende Prozesse einbeziehen können.

Bereits in ihrer Begrüßung betonte Dr. Sabine Stützle-Leinmüller, Leiterin des Geschäftsbereichs Fachkräfte und Arbeitswelt der WRS, die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen: „KI ist längst kein fernes Zukunftsthema mehr. Sie verändert schon heute Arbeitsprozesse, Zusammenarbeit und Lernen. Und gerade für kleine und mittlere Unternehmen liegen darin große Chancen.“ Gleichzeitig betonte sie: „Man muss kein Großunternehmen sein, um mit KI erste sinnvolle Schritte zu gehen. Aber man braucht Orientierung.“ Diese Orientierung sollte durch das Talente-Forum geschaffen werden. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das Zuhören, sondern auch der direkte Austausch, das Sammeln konkreter Anregungen sowie die Identifizierung konkreter Umsetzungsschritte fürs eigene Unternehmen.

Im Anschluss präzisierte die Leiterin des Teams User Experience und des KI-Studios, Doris Janssen, in ihrer Begrüßung den inhaltlichen Schwerpunkt der Veranstaltung. Dieser lag bewusst auf den organisatorischen Aspekten der Implementierung von KI in Unternehmen, während technische Aspekte in den Hintergrund rückten. Dabei standen insbesondere die Fragen im Fokus: „Wie kann man mit KI zusammenarbeiten und was muss man dabei wissen?“.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Künstliche Intelligenz anhand verschiedener Demonstratoren unmittelbar zu erleben. Auch hierbei lag der Fokus auf der User Experience und weniger auf technischen Details. Ziel war es herauszufinden, wie die Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI konkret aussehen kann und wie sich der Arbeitsalltag durch den Einsatz entsprechender Technologien verändern könnte. Insgesamt standen zehn Stationen mit unterschiedlichen Demonstratoren zur Auswahl. Diese deckten unter anderem Anwendungen in den Bereichen Produktion, Marktforschung, Logistik, Pflege, Labor sowie generative KI im kreativen Bereich ab. An einer Station wurde beispielsweise demonstriert, wie KI Pflegekräfte dabei unterstützen kann, wenn die Bewohner*innen Hilfe brauchen. Eine andere Station ermöglichte den Teilnehmer*innen, mithilfe eines Akkuschraubers mit integrierter KI selbst aktiv zu werden. Während der Montage übernahm die KI eine Qualitätskontrolle und unterstützte so bei komplexen Arbeitsschritten. Besonders großen Anklang fand außerdem die Station zur generativen KI, an der Bilder erstellt werden konnten. Hierbei konnten die Teilnehmer*innen erleben, wie anspruchsvoll die Formulierung präziser Prompts sein kann, da die KI die Anweisungen wörtlich umsetzt.

Nach dieser interaktiven Phase setzte Frau Janssen mit einem Impulsvortrag weitere inhaltliche Akzente. Als zentrale Merkmale von KI stellte sie heraus, dass sie autonom handeln, selbstständig lernen, anpassungsfähig ist und Ziele ableiten kann. Auf dieser Grundlage ist es ihr möglich, Vorhersagen zu treffen, Empfehlungen auszusprechen und Entscheidungen zu unterstützen. Ausschlaggebend sei dabei stets, in welchem Umfang Menschen dieses zulassen.

Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass es bereits Branchen gibt, in denen wieder verstärkt auf menschliche Arbeitskräfte gesetzt wird. Als Beispiel nannte sie den Zahlungsanbieter Klarna, der frühzeitig begonnen hatte, Servicemitarbeiter*innen durch KI zu ersetzen, inzwischen jedoch wieder vermehrt auf menschliche Arbeitskräfte zurückgreift. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere qualitative Unterschiede in der Leistung. Aus Sicht von Frau Janssen ist daher ein ausgewogener Mix aus menschlicher Arbeitskraft und KI erforderlich. Gleichzeitig berichtete sie aus ihrer täglichen Arbeit am Fraunhofer Institut, in der Unternehmen bei der Einführung von KI-Lösungen begleitet werden, dass viele Organisationen dem Thema anfangs mit großer Begeisterung begegnen.

Frau Janssen führte außerdem an, dass in den USA die Beschäftigung junger Menschen in stark KI-exponierten Berufen zurückgegangen ist, während gleichzeitig die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer*innen zugenommen hat. Dies deutet darauf hin, dass KI zwar Buchwissen ersetzen kann, Erfahrungswissen jedoch weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

Im anschließenden Praxisteil stand die aktive Beteiligung der Teilnehmer*innen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen wurden gebeten, mithilfe von Lego-Bausteinen darzustellen, welche Assoziationen sie mit KI verbinden und welche Bedeutung diese für sie persönlich hat. Anschließend präsentierten sie ihre Ergebnisse in kleinen Gruppen. So wurden beispielsweise Brücken gebaut, um bestehende Hürden bei der Entwicklung und Nutzung von KI zu symbolisieren. Andere Darstellungen nutzten zahlreiche einzelne Bausteine, um die vielfältigen und komplexen Wissensbestandteile zu veranschaulichen, auf die KI zurückgreifen kann. Ein Mensch wurde dabei bewusst über den Bausteinen platziert, um zu verdeutlichen, dass der Mensch weiterhin die übergeordnete Rolle behalten sollte.

Im nächsten Schritt analysierten die Teilnehmer*innen die möglichen Auswirkungen der Implementierung einer KI-Anwendung in ihren eigenen Unternehmen anhand konkreter Anwendungsfälle. Dafür nutzten die Gruppen das AI-Canvas des Fraunhofer Instituts. Diskutiert wurden unter anderem die Funktionsweise der geplanten KI-Anwendung, die Aufgabenverteilung zwischen Menschen und Maschine, mögliche Vorteile und Risiken sowie Aspekte des Change-Managements. Die Ergebnisse wurden am Ende präsentiert. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden mögliche nächste Schritte vorgestellt, wie Unternehmen den Einsatz von KI in ihrem Betrieb weiterverfolgen und dabei durch die Servicesangebote der WRS und von Fraunhofer unterstützt werden können.